Willkommen bei Thorsten Wittke SPEZIAL - Joachim Król in ALTE LIEBE
Shownotes
ALTE LIEBE Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder erzählt von zwei Menschen, die nach vierzig Jahren Ehe entdecken, dass es für Veränderungen nie zu spät ist. In den Hauptrollen der ebenso berührenden wie heiteren Paargeschichte: Dagmar Manzel und Joachim Król. Für mehr Infos: www.pandorafilm.de/filme/alte-liebe.de
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00:00:00: Willkommen bei Thorsten Wittke Spezial.
00:00:02: Heute kurz vor der Premiere von Alte Liebe aus dem Kino International an der Karl-Marx Allee und bei mir ist Joachim Kohl, der Hauptdarsteller einer der beiden Hauptdarstellern.
00:00:13: Herzlich willkommen.
00:00:14: schön dass Sie da sind!
00:00:15: Grüße Sie.
00:00:16: Hallo.
00:00:17: für mich ist der Film Der leisteste Film des Jahres mit dem lautesten Nachhalt.
00:00:23: man vergisst sie einfach nicht.
00:00:25: Was war Ihr persönlicher Eindruck, als Sie den Film dann fertig geschnitten zum ersten Mal gesehen haben?
00:00:32: Also dieser Eindruck gefällt mir natürlich.
00:00:36: Da haben wir vielleicht nicht alles falsch gemacht.
00:00:40: Ja ich habe ihn gesehen mit Dagmar und dem Schnittmeister.
00:00:48: Andi Dresen war dabei.
00:00:49: Und das war aber noch nicht die ganz fertige Fassung, aber die Wirkung war auf mich ähnlich wie auf sie und ich mochte das sehr.
00:01:02: Es ist eine Einladung zwei Leute in einem sehr schwierigen Lebensabschnitt zu beobachten und danach mal zu überlegen, was sieht's denn bei mir aus?
00:01:18: Unser Angebot, würde ich sagen.
00:01:19: Eines unserer Angebote!
00:01:21: Was mich ganz spannend fand... Ich hatte das Gefühl, ich musste mich wirklich kneifen.
00:01:24: Ich merkte so, ach ja Moment gerade so zum Ende.
00:01:27: dann auch dachte ich so, Achso ne die spielen das ja nur?
00:01:31: Ich hätte das Gefühl ich könnte jetzt hier nach Treptoköpenik oder nach Panko gehen und dann treffe ich Harry und Lore irgendwie ohne jetzt irgendwas vorwegzunehmen also dieses normale im besten Sinne des Wortes normale was sie da kommt total gut rüber.
00:01:47: Wie aufwändig ist es für Sie als Schauspieler, mal eine Figur zu spielen die nicht larger than life ist?
00:01:55: Und ich finde schon jeder Kommissar ist schon irgendwie größer als das Leben so wie wir es irgendwie erleben.
00:02:01: Aber dass ist so aus dem Alltag gegriffen!
00:02:05: Wie aufwendig ist es fürs Sie als Chauspieler?
00:02:07: Erstmal hätten sie nach Zählendorf fahren müssen um uns zu treffen.
00:02:13: Im Grunde ist es eigentlich etwas, was man sich wünscht.
00:02:17: David Bowie hat mal gesagt, sometimes things fall into place und wir hatten eine tolle Vorlage von Elke Haydenreich und Bernd Schröder.
00:02:28: Wir hatten eine großartige Drehbuchfassung von Leila Stieler an die Dresen und dann ein Cast der ja sehr überschaubar ist.
00:02:39: Aber wie man ihn sich besser nicht wünschen kann, ich habe noch nie mit Dagmar Mann zugearbeitet und es war ein Fest.
00:02:50: Und es ist natürlich auch so dass wenn man vom Theater kommt, dass man sich gerne Sequenzen wünscht die man durchspielen kann und das hat Andi ermöglicht.
00:03:05: Wir haben ja dieses überschaubare Motiv auch gehabt, was fast täglich etwas bühnenhaftes hatte.
00:03:14: Und diese Selbstverständlichkeit die sie angesprochen haben, die sucht man eigentlich immer.
00:03:20: A larger than life – naja das war jetzt nun mal Harry und Lore!
00:03:27: Ja?
00:03:27: Und die sind dann plötzlich gar nicht einmal so uninteressant weil sie halten uns ein Spiegel vor und sind sehr unterhaltsam.
00:03:35: Sie sind sehr lustig in ihrer Widerborstigkeit am Anfang, das sind sehr gut geschriebene Prompen extrem kurzweilig und ja es ist Soul Food!
00:03:47: Man nimmt was fürs Herz mit und man kann eigentlich sollte man sagen, man muss zu zweit in diesen Film
00:03:55: gehen.
00:03:55: Absolut, den kann ich nur zustimmen.
00:03:57: Meine Lieblingsszenen und davon gibt es einige sind aber auch tatsächlich diese On-Shots.
00:04:02: also wenn sie im Garten auf der Bank sitzen oder dann auch auf dem Sofa die Laura anfängt zu weinen wie exakt mussten Sie sich da an den Text halten?
00:04:13: Oder inwieweit konnten Sie da auch?
00:04:15: durften Sie improvisieren?
00:04:18: Da waren wir relativ streng Aber jetzt nicht als Vorgabe einfach weil das Material so gut war.
00:04:25: dann kommt man gar nicht in die Verlegenheit, noch besser sein zu wollen oder so.
00:04:30: Ich bin trotzdem stolz darauf, dass sich ein- oder zwei Punkte erhalten haben, die ich mal so abgeschossen habe.
00:04:38: Andy macht sehr viele Takes und da kann man sich das einmal erlauben und dann machen wir halt nur einen, wenn ihm das nicht gefällt.
00:04:48: Die Vorlage war so brillant.
00:04:53: Wir haben es ja hier mit Dagbar Manzel zu tun, einer hervorragenden Musikerin, Sängerin.
00:04:58: Die kann alles!
00:05:00: Und wenn man mit so einer Kollegin spielt die Musikalität eines Dialogs und eines Textes wie Nix aus dem Ärmel schüttelt... ...und mir ist das auch nicht ganz fremd.
00:05:14: Das macht mir großen Spaß sowas.
00:05:16: Dann kommt man ins Tanzen und ins Singen und ins Spielen.
00:05:20: Das ist das Wichtigste.
00:05:22: Da funktioniert das Timing dann.
00:05:24: Welche Pointen sind denn von Ihnen geblieben?
00:05:26: Das will ich doch jetzt gerne wissen, welche Punchlines haben Sie da noch gesetzt?
00:05:31: Das darf ich nicht verraten!
00:05:33: Ob ist schade... Wie hat Ihnen als sie... wie haben Sie reagiert?
00:05:38: Wie war Ihr Eindruck, als Sie die Buchvorlage von Elke Haydenreich gelesen haben?
00:05:43: Kannten Sie sie bevor Sie das Angebot zum Film bekommen haben?
00:05:47: Das Verrückte war, dass ich nicht nur das Buch kannte sondern Elke Einreich und Bernd Schröder auch persönlich.
00:05:55: Wir haben eine Zeit lang viel Zeit miteinander verbracht in der Kölner Südstadt Und Bernd ist dann nach Berlin gegangen und leider vor drei Jahren verstorben.
00:06:06: Aber ja man weiß omeinander und wenn ich Harry gelesen hab habe ich erst immer Berns Ton im Ohr gehabt, sein Bayerisch das er nie abgelegt hat und ein baumlanger Kerl.
00:06:19: Ein ganz anderer Typ als ich es bin.
00:06:22: darum kam mich gar nicht in die Verlegenheit Bernd Schröder spielen zu wollen weil es ist ja stückweit auch an Schlüssel Romanen.
00:06:28: Die beiden kann man schon erkennen in den Figuren Harry und Lohre.
00:06:34: aber Ich bin sehr zufrieden mit meinem Harry.
00:06:41: Der passt wunderbar in meine Sammlung.
00:06:43: Ja, ich finde auch das können Sie auch absolut.
00:06:45: und da find' ich's eben nochmal so spannend weil... Ich komm noch mal auf dieses normale So zurück.
00:06:50: eine meiner absoluten Lieblingsszenen ist nur ganz klein aber vielleicht auch weil ich ihm aus dem Radio komme.
00:06:55: und ja selbst was vortrage dieses wie sie die Wunschliste von Laura vorlesen mit diesen Hagern dabei.
00:07:03: Das ist große Schauspielkunst.
00:07:06: Wie bereiten sich auch so eine Normale Rolle vor, ich denke so bei, keine Ahnung, Kommissaren.
00:07:12: Da fehlt man bei der Wache mit.
00:07:14: und hier ist es so das Leben.
00:07:16: wieviel nehmen Sie aus Ihrem eigenen Leben mit?
00:07:18: oder wie bereiten sich darauf vor?
00:07:20: Ja da ist das Gegenüber sehr wichtig Und es gibt ja keine Normalität in dem Sinne.
00:07:30: Alles hat irgendwas Komisches oder was Tragisches.
00:07:34: Na ja, und Harry ist so mal einer der nicht besonders... Er kommt aus Deutschland.
00:07:39: Sein Englisch ist eher schwach.
00:07:41: Und so ein Geschenk nimmt man dann auch gerne entgegen.
00:07:44: Da mache ich was draus!
00:07:47: So etwas liegt mir.
00:07:50: Ja es gibt diesen Moment von Dagmar wo das Mädchen kommt und Josef der Lügner haben will.
00:08:02: Sie guckt sie nur an Man sieht in diesem Blick die Traurigkeit des untergehenden Abendlandes.
00:08:13: Und sie sagt dann nur Jakob.
00:08:15: Ja, das ist wirklich herrlich!
00:08:16: Genau.
00:08:16: Sieh mal Jonas der Lügner oder es ist denn Jakob der Lägner?
00:08:20: Aber in dem Blick, ich glaube so was meinen sie.
00:08:24: Ja und sowas kann nur entstehen wenn man auch von der Regie den Raum freigeschaufelt kriegt.
00:08:33: Andy ist ein irregutes Zentrum, Kraftwerk in der Produktion.
00:08:38: Also wenn alle Hundertzehn Prozent geben gibt er Hundertdreißig und trotzdem weiß er genau wann wir unsere Ruhe brauchen und wann er dann auch eine große Musikalität und der schaut so genau hin wie ich es selten erlebt habe.
00:09:03: also Wenn man besonders, wenn man lange Sequenzen spielt gibt es immer mal einen Moment wo man beim Spiel schon merkt das war weich und man will aber nicht abbrechen.
00:09:15: Man zieht das dann durch ist dann froh wenn der Take im Kasten ist und dann kommt Andi und sagt dieses wie?
00:09:24: Wo du wie sagst da warste nicht glücklich ich sage du lungt wär das genau da.
00:09:30: und dann macht man's halt doch nochmal ja So ist er.
00:09:34: Und das ist immer richtig, also es verblüffend wie genau der entschaut.
00:09:40: Wie ist mit meiner Lieblingsszene?
00:09:41: Mit dem Vorlesen des Wunschzettel?
00:09:43: zu oft haben Sie das gemacht?
00:09:45: Oh, das weiß ich nicht mehr.
00:09:46: Aber das haben wir nicht so oft gemacht weil... Ich glaubte sie sehen mein Vergnügen in meinen Augen in dieser Szene.
00:09:53: Also das eine ist ja auch, es ist ja im Grunde ein Kamerspiel.
00:09:57: Es kommen ganz viele Personen vor über die gesprochen wird.
00:10:02: manche tauchen auch real Jahr auf aber sprechen nicht.
00:10:06: Das sind im Grunden zwei drei Sprechrollen dreieinhalb wenn wir noch die Studentin die das Buch irgendwie da haben will mit dazunehmen.
00:10:13: Aber ansonsten ist da ja nicht viel.
00:10:17: und trotzdem hat man das Gefühl große Kinoproduktion gesehen.
00:10:22: Mir ist auch aufgefallen, da könnte man jetzt sagen so ja das wird allein von den Schauspielerinnen und Schauspielen getragen von ihnen beiden aber die Kamera ist auch ganz stark!
00:10:30: Die Kameraarbeit ganz hervorragend in dieser Detailgenauigkeit oder?
00:10:34: Ja
00:10:34: zauberhaft also was Hammond Dahl uns geschenkt hat.
00:10:41: ich mache jetzt schon eine ganze Weile Kino in Deutschland.
00:10:47: Mir ging es immer Erlebnis vor Ergebnis.
00:10:51: Das war mir immer wichtig und darum habe ich nie darüber nachgedacht, welcher ist jetzt der bessere Film dieser oder jener?
00:10:58: Aber ich glaube das alte Liebe vielleicht mein schönster Film ist.
00:11:03: Das höre ich zum einen gerne und kann das auch nachvollziehen.
00:11:07: Es ist wirklich etwas, wirklich etwas besonderes.
00:11:10: also da sind die nächsten Schauspielpreise glaube ich schon wieder sicher, wenn sie jetzt mit dem Kopf schütteln und sagen ja und wahrscheinlich... Ich glaub dass meinen Sie auch wirklich so, dass es Ihnen an der Stelle da egal aber es ist wirklich ein sehr zarter schöner Film, sehr lebensrecht, sehr authentisch.
00:11:28: was würden Sie sagen?
00:11:29: Was kann jemand...?
00:11:32: Wenn Sie sagen, man sollte zur zweiten Skino gehen.
00:11:34: Was kann man aus diesem Film mitnehmen?
00:11:42: Vergiss nie die Wertschätzung für dich selber!
00:11:48: Dann
00:11:49: wird es dir auch leichter fallen, die Wertsschätzung gegenüber nicht zu verlieren.
00:11:55: Und wenn dir etwas auf der Seele brennt ... äußern.
00:12:05: Nie aufschieben.
00:12:08: Weil wir ... ja... Wir erzählen das ja auch.
00:12:14: Time waits for no one und Zeit ist das wertvollste.
00:12:22: Eine letzte Frage zum Schmunzeln, zum Abschluss.
00:12:26: Sie sind ja bekannt als deutsche Fassung von Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger.
00:12:31: Wie intensiv und aufwendig war die körperliche Vorbereitung auch in diesem Raum?
00:12:40: Also... Wie ich die Bierflasche da aufmache mit dem Bügelverschluss, das habe ich mir extra für diese innen ausgedacht.
00:12:49: Das mache ich zu Hause nicht!
00:12:52: Also da war die Vorbereitung intensiv.
00:12:55: Ich musste mir dann Flaschen mit Bügel- verschluss kaufen und üben, üben...
00:13:01: Vielen Dank und jetzt alles Gute für die Premiere heute Abend.
00:13:04: Toi toi toi.
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