Radio Paradiso - Oliver Mommsen spielt in "Vanya"

Shownotes

Erleben Sie „Vanya“ nach Anton Tschechows „Onkel Wanja“ von Simon Stephens. Der Tony Award-Winner hat eine radikale, neue Version nach Tschechows Meisterwerk geschrieben – für einen einzigen Schauspieler. Für uns spielt Oliver Mommsen alle acht Figuren: alt, jung, Mann, Frau – und er sagt über sie: „Ich liebe sie alle.“ Freuen Sie sich auf eine gleichzeitig urkomische und schmerzhaft tragische Geschichte – über den Umgang der Menschen miteinander, geprägt von Angst und Gleichgültigkeit, aber auch von Mitgefühl und liebevoller Hingabe, der Hoffnung auf Erlösung und dem Traum vom kleinen Glück. In London und New York wurde dieses mitreißende und außergewöhnliche Theatererlebnis zu Recht gefeiert. Ein Schauspieler, acht Figuren Wenn das Licht erlischt, ertönt leise Musik und es entspinnt sich ein Dialog zwischen dem Arzt Michael und Marina, der guten Seele des Hauses. Sie kocht Tee, Suppe, trinkt gerne mal einen Schnaps und beschwert sich über Alexander und dessen Frau Helena, die den Tagesrhythmus des Kartoffelhofs durch ihren Besuch völlig durcheinanderbringen. Michael packt Medikamente aus und beschwert sich über zu viel Arbeit. Nach und nach stoßen weitere Personen dazu: der zapplige Liam, die etwas schüchterne Sonia, der frustrierte Ivan. Helena, in die fast alle verliebt sind, sowie ihr hinfälliger, viel älterer Mann Alexander, kommen von einem Spaziergang zurück. Schließlich betritt auch Elisabeth, Ivans Mutter, das Zimmer. Mommsen findet für jeden der Charaktere eine ganz besondere Nuance, sodass es dem Publikum nicht schwerfällt, die einzelnen Figuren zu erkennen.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Schön, dass Sie dabei sind.

00:00:01: Schön, das Sie zuhören hier auf Ihr Machter-Ninzig-Zoo-Radio-Paradiso!

00:00:04: Willkommen bei Thorsten Wittke spezial.

00:00:06: und es wird wirklich speziell denn Schauspieler Oliver Moms ist bei mir.

00:00:10: schön, dass du da bist.

00:00:11: Grüße dich.

00:00:12: Schönen

00:00:12: guten Abend.

00:00:13: Danke für die Einladung

00:00:14: Und es wird deswegen nicht speziell weil also Du spielst nicht nur in einem Theaterstück sondern du bist das Theaterstuck.

00:00:21: Du bist alle rollen, du bist acht Rollen Vanja von Tschechov.

00:00:28: Also Vanja jetzt mit V und nicht mit W geschrieben, daran merkt man schon das ist so ein bisschen anders.

00:00:34: wir werden ganz viel natürlich über diese unterschiedlichen Figuren aussprechen aber bringen uns mal so ein bischen zu kurz rein im groben.

00:00:43: worum geht es in der Geschichte von Vanja?

00:00:48: ist diese klassische Tschechow-Geschichte von Figuren, die aufeinander kleben und alle was anderes wollen.

00:00:54: Das ist beim Kirschgarten so, das ist in der Möwe so... ...das ist beim Vanja so!

00:01:00: Und es ist der Fall dass in dem Fall Alexander bei uns in der Fassung von Simon Stevens lebt seit mittlerweile echt viel zu langer Zeit auf diesem Hof.

00:01:08: er ist ein berühmter Schriftsteller dessen Stern so ein bisschen am sinken ist und hat sich zurückgezogen auch wegen Schulden und überhaupt auf den Kartoffelhof seiner verstorbenen Frau.

00:01:19: Und bringt dort alles zueinander, er gibt den großen Künstlern nichts funktioniert mehr alle sind nur noch am saufen und am pennen die Kartoffeln verrotten Vanja macht gar nichts mehr und das sorgt für Konfliktstoff.

00:01:33: und dabei hatte im Gepäck seine wunderschöne viel zu junge frau Helena Die alle durcheinander bringen.

00:01:39: die Männer drehen durch sogar der wirklich stabile Arzt, Michael fängt an irgendwie zum flottenden Dini zu werden.

00:01:47: Und diese Truppe da, diese acht Figuren

00:01:55: und die hocken alle ja so aufeinander und sprechen ganz viel übereinander aber wenig miteinander oder gar nicht?

00:02:03: Da bringt es auf den Punkt.

00:02:04: also das ist auch das tolle.

00:02:06: Also warum man das Stück irgendwie immer noch spielen kann und immer noch spielen muss, weil es ist tatsächlich so alle Schimpfen übereinander.

00:02:12: Aber niemand hat mal irgendwie

00:02:15: den Mom die

00:02:16: Eier in der Hose zu sagen pass mal auf du gehst mir auf die Nerven Und daraus entsteht halt auch wieder.

00:02:23: das konfliktpotenzial war nie direkt was ausgesprochen wird.

00:02:26: viele und ich glaube einige kennen das stück.

00:02:28: irgendwann knallts aber selbst da.

00:02:33: Aber das lassen wir jetzt noch mal auf.

00:02:36: Das sollten Sie sich anschauen!

00:02:38: Das Ganze ist eine Wiederaufnahme, eine Wiederaufführung und zwar von jetzt kommendem Mittwoch dem zwanzwanzigsten Juli bis zum sechzehnten August im Berliner Ensemble im neuen Haus dort.

00:02:52: und alle Infos dazu.

00:02:53: Und vor allem die Tickets, die können sie sich besorgen auf www.komödie-berlin.de.

00:03:00: Jetzt hast du uns gerade schon die Geschichte und auch die acht Rollen erklärt und erzählt.

00:03:06: Du musst dich über vorstellen das klingt ja schon komplexes ist auch komplex diese Geschichte.

00:03:11: und wir haben gesagt so okay die Leute reden übereinander, aber nicht miteinander.

00:03:16: Aber sie reden auch mit mehreren zusammen über andere Personen.

00:03:20: also es sind mehrere Personen auf der Bühne und du spielst die alle gleichzeitig so.

00:03:24: jetzt haben wir hier im radio die Aufgabe irgendwie das deutlich zu machen wie dass denn so funktioniert und das möchte ich gerne mit dir gemeinsam tun.

00:03:33: acht rollen acht verschiedene Charakteren acht Verschiedene Texte.

00:03:41: Also als sie das überhaupt angeboten worden ist Das zu machen.

00:03:45: Was war da dein erster Gedanke?

00:03:47: Es ging andersrum, ich habe es angeboten.

00:03:50: Meine Freundin hat's entdeckt!

00:03:51: Das ist eine Fassung... Also es lief am National Theater in London mit dem großartigen Schauspieler Andrew Scott Und sie hatte das gesehen, sie ist ein großer Andrew Scott-Fan und ich hab nur noch genergelt weil irgendwie halt im Fernsehen gerade nicht so wahnsinnig viel produziert wird.

00:04:08: Ein Schauspieler der nicht schauspielert ist das schlimmste was man sich in der Beziehung vorstellen kann.

00:04:12: Das war ich!

00:04:14: Und dann hat sie gesagt du gehst mir auf die Nerven macht das?

00:04:16: Dann habe ich einen ja gesagt.

00:04:17: Du bist beschäftigt.

00:04:18: Ja da bist du weg von der Straße und dann bist auch weg aus meinem Sichtfeld.

00:04:22: Aus

00:04:22: der Küche.

00:04:23: Und dann habe ich erst ganz lange gesagt, das ist zu groß.

00:04:26: und dann aber wie es halt so ist mit so großen Sachen.

00:04:29: Mit so verrückten Sachen.

00:04:30: Dann guckste da immer wieder hin und irgendwann denkst du ja.

00:04:32: Ich dachte, ich brauche auch einen bekloppten Partner der das mit mir macht und da fiel mir Martin Wölfer ein.

00:04:38: Mein langjähriger Chef von der Communion Kurfürsten Damm und seine ganze Truppe Verrückt genug zu sagen, okay wir haben schon so tolle Sachen zusammen gemacht.

00:04:48: Tanzstunde gut gegen Nordwind lieber schön Sommernacht weißt du was schenken wir dir?

00:04:55: Mach sie!

00:04:56: Und dann sind wir dieses Abenteuer angegangen.

00:04:58: und das ist halt als ob du dir vornehmst den Mount Everest zu besteigen... ...und das fängt man an indem man los geht Also für Stück.

00:05:08: Es wundert mich gar nicht, dass du das Gefühl hattest erst mal, das ist zu groß und damit kratze ich nicht an deine Ehre glaube ich wenn ich das sage sondern da denkt jeder Schauspieler glaub ich erstmal Das ist so groß acht Rollen so einsam da auf der Bühne.

00:05:23: Wie hast du es aber geschafft dieses gefühl Zu groß zu überwinden?

00:05:27: also erst einmal hatte ich großartige Hilfe von Felix Bachmann.

00:05:31: Das ist der Regisseur, den kenne ich vom San Pauli Theater.

00:05:34: Da habe ich ihn noch als Assistenten kennengelernt beim perfekten Geheimnis und bei nebenan Und wir haben immer danach der Vorstellung zusammengesessen und haben gesagt irgendwie Wir müssen dringend mal was zusammen machen weil wir eine sehr sehr gute Sprache haben uns sehr gut verstehen.

00:05:48: und dann dachte Ich okay wenn Dann mache ich das mit dir so.

00:05:52: dass waren die beiden wichtigsten Komponenten Martin und Felix und dann haben wir angefangen und dann ist es genauso wie fürs Publikum.

00:06:00: Das Publikums muss sich an dem Abend auch erst mal daran gewöhnen, dass nur einer darum hüpft der vier Frauen und vier Männer.

00:06:07: Spiel die Junge und Alte alles durcheinander.

00:06:10: Und dann gibt es Mittel.

00:06:11: und die Mittel sind kleine Requisiten Die Figuren voneinander unterscheiden Bewegungsänderungen, dann gibt es Orte auf der Bühne wo du sagst ah da sitzt jetzt die Mutter.

00:06:24: Die sitzt immer noch da obwohl er jetzt irgendwo anders ist.

00:06:26: aber wenn er da wieder hingeht dann ist er die Mutter.

00:06:29: und so Stück für Stück erklärt sich unser Spielprinzip und je weiter der Abend geht umso schneller werden wir.

00:06:36: Umso fließender sind die Übergänge, umso klarer kann man hin- und herwechseln und dann wird's irgendwann echt achterbahnmäßig schnell und irgendwann sind auch alle acht auf der bühne.

00:06:46: ja Das

00:06:47: ist das, was ich meine mit Theater Sport.

00:06:50: Ja

00:06:50: genau!

00:06:50: Dann wird es Theater Sport.

00:06:53: an dieser Stelle kam es dir bei diesem Reinarbeiten und Vorbereiten dann auch manchmal in den Sinn Meine Güte vielleicht funktioniert das nicht?

00:07:02: Vielleicht kriege ich das nicht

00:07:04: hin Mal?

00:07:06: Das war mein Dauerzustand.

00:07:08: tatsächlich ja Ich habe im Januar angefangen, also am zweiten Jahr noch habe ich angefangen Text zu lernen.

00:07:14: Am dreißigsten August war Premiere und ich habe wirklich jeden Tag geschwankt zwischen das wird der Knaller und ich reise aus!

00:07:27: Ich verstecke mich unter irgendeinem Stein.

00:07:29: Das ist viel zu groß und das ging bis zur Premiere.

00:07:33: Es ging bis zum ersten Voraufführung so, wir wussten Felix Martin die ganze Truppe von der Communion Kurfürstendamm Wir hatten Ahnungen.

00:07:43: natürlich beim Proben kommst du langsam auf den Geschmack und denkst okay ja da geht was.

00:07:48: aber Die erste Voraufführung, das war wie eine Geburt.

00:07:55: Das war ein Rausch und danach haben wir leider viel zu viel gefeiert.

00:07:57: Die zweite Vorafführung war so ein bisschen mau.

00:08:00: Dafür saß die Premiere aber am nächsten Tag waren wir ausverkauft.

00:08:05: Das ist ein Eiertanz und einen Suchen und einen Verwerfen und einen verzweifeln und einen Kämpfen.

00:08:11: Wir haben nachtstell telefoniert.

00:08:13: Wir haben uns irgendwann mal nach einer Probe die komplett schief lief.

00:08:15: Da haben wir uns dann irgendwo getroffen.

00:08:17: in Charlotten haben viele, viele Biere getrunken und hatten so eine Schnapsidee die wir im nächsten Tag dann ausprobiert haben.

00:08:23: Und es ist Gott sei Dank aufgegangen!

00:08:27: So arbeite ich gerne, das ist einmal durch alle Gefühle durch und zwar wirklich nur im Extremen.

00:08:34: Das ist ja auch wirklich ein Risiko, in das du und dass ihr alle gegangen seid weil Du hast da andere mit ins Boot geholt.

00:08:40: Ihr habt dann gearbeitet und wenn man eben am Anfang noch nicht so klar weiß wo es hin führt kann Es ja auch tatsächlich sein dass man merkt auf diesen in diesem Prozess Das geht in die Hose.

00:08:51: Also, wir können jetzt so offen darüber sprechen weil es ist ein großartiger Erfolg geworden.

00:08:56: aber ich kann das gut verstehen und dass bei einem so erfahrenen Schauspieler wie dir ja eben auch tatsächlich der

00:09:02: Film-,

00:09:03: Fernsehen-Theater wirklich erfahren ist was hat das mit dir noch mal gemacht dieses Jahr?

00:09:11: Kann man

00:09:12: sagen Das hat mich noch mal richtig aufgerissen.

00:09:16: Also ich bin so wach, wie schon lange nicht mehr in meiner Zeit als Schauspieler... Ich habe jetzt glaube ich langsam also dreißig Jahre hier auf jeden Fall auf dem Buckel und ich war nie jemand der Dienst nach Vorschrift gemacht hat.

00:09:28: Als das Gefühl anfing beim Tatort zum Beispiel in Bremen habe ich gesagt, ich muss jetzt aufhören!

00:09:32: Ich bin nicht Schauspieler geworden um Sicherheit zu haben sondern es ist dieser Bereich.

00:09:38: David Bowie hat es gesagt, wenn du im Schwimmbad so langsam in den Bereich kommst, wo als Nichtschwimmer so langsam das Wasser dir über die Nase geht.

00:09:49: Da fängt's an spannend zu werden, wo du fast ertrinkst und da war ich!

00:09:53: Und diese Nahtoderfahrung ist gut aufgegangen und das beflügelt mich immer noch.

00:09:58: Und vor allen Dingen was wirklich witzig ist... Ich habe seitdem wieder viel mit Kollegen gespielt.

00:10:05: Ich bin noch wacher, was die Kollegen betrifft.

00:10:06: Also jetzt wo ich so alleine mit mir unterwegs sein darf, ... ... bin ich noch neugieriger und gucke noch und höre noch besser zu auf der Bühne oder auch vor der Kamera... ...was die anderen so machen.

00:10:17: also es war rundum einfach ein

00:10:20: Volltreffer.".

00:10:21: Eine wahnsinnig große Empathie, die du für dich selbst, für die Rollen und jetzt sogar noch für die Kolleginnen und Kollegen da bist.

00:10:28: Vor allen Dingen

00:10:29: für mich selbst.

00:10:29: Entwickeln, Contest... Und musst es für dich selber großartig?

00:10:34: Es ist doch tatsächlich so Oliver.

00:10:35: also wenn man mit sich selbst irgendwie spricht ...und dann auch in unterschiedlichen Persönlichkeiten, in unterschiedlicher Stimmlage und so Dann wird man eigentlich eingeliefert.

00:10:47: nun ist bei dir diese Gefahren nicht gegeben weil weil das ist ja gehört zum Stück, aber ich sag mal so ein bisschen Salopp.

00:10:55: Wie bekloppt wird man denn da auch wirklich selbst?

00:10:57: Also am Ende sind acht Personen, sagtest du alle auf der Bühne gemeinsam und du springst hin und hier in den Rollen!

00:11:03: In sekundenschnelle Schnip schnapp... Das verfolgt einen doch in die Nacht, das verfolgte einen durch den Tag.

00:11:11: also wie beklopt bist Du geworden dadurch?

00:11:14: Also es ist ja schon mal so, dass ich auf jeden Fall nicht ganz unbekloppt gestartet bin.

00:11:19: Das ist wahrscheinlich ein Vorteil denn doch das man auch bisschen beklopter für sein muss.

00:11:23: Also das ist ja das Schöne an diesem Nischenberuf.

00:11:26: Schauspieler, Schauspielerin, Theater, Film überhaupt alle die da sind haben alle einen Knall Und zwar einen ganz, ganz liebevollen und auch teilweise wirklich ungefährlichen Knall.

00:11:37: Aber wir haben einen!

00:11:38: Wenn es ihm bei uns nicht mehr gäbe dann hätten das... Wüsste

00:11:44: man nicht wo ihr sonst ausleben würdet?

00:11:46: Also ich habe als so in der Endprobenphase war ich in unserem kleinen Kreuzberger Hinterhofgarten und bin die weil das ganze Ding ist wie ein Tanz.

00:11:54: also es ist wirklich so Ich bin zu jeder Position zu jedem Moment, zu jeder Sekunde weiß ich auf der Bühne wo ich zu sein habe.

00:12:02: Und das ist wie so eine Choreografie und diese Choreographie hab' ich dann im späten Sommerabend da in diesem kleinen Hinterhofgarten, wo alle reingucken können, haben die für mich durchgetanzt und da hab' Ich wirklich gedacht.

00:12:13: so also wenn jetzt einer nicht weiß wer da unten wohnt Dann kommen sie mit den Weißen Westen.

00:12:21: Abgesehen davon, ich weiß nicht das kennt doch jeder auch dieses mit sich sprechen, also von Engelchen und Teufelchen auf den Schultern braucht man ja gar nicht zu reden.

00:12:30: Wie wir mit uns waren sie mal auf dem Tennisplatz?

00:12:33: Wie damit sich selber rumgeschrien wird beim verschossenen Aufschlag oder so was?

00:12:37: Du Idiot!

00:12:38: Man konzentriert dich doch mal!

00:12:40: Wer spricht denn da mit wem?

00:12:42: Und insofern war die Hürde nicht weit.

00:12:44: Also ich kenne das.

00:12:45: Ich kenne es mit sich selber zu sprechen, mit sich selbst zu schimpfen oder mit sich zu jubeln oder über sich selber auch zu lachen.

00:12:52: dass aber jetzt zum Beispiel vier Frauen dabei sind Das war neu.

00:12:56: und als ich die Frauenfiguren lange vor mir hergeschoben, weil ich habe eine Tochter.

00:13:01: Das Thema Frauen und Männer ist so heiß wie schon lange nicht mehr und es ist auch gut so.

00:13:05: aber da hatte ich richtig Muffensausen.

00:13:08: und als Ich zum ersten Mal Helena Die große Verführerin die alles durcheinander bringt angegangen bin Da hab' ich bei mir die Vorhänge zugemacht Hab' mir Musik aufgelegt und bin durch den Raum getanzt oder geschwebt, um irgendwo die Körperlichkeit zu kriegen.

00:13:23: Dabei wollte ich nicht gesehen

00:13:24: werden.".

00:13:25: Wer hat dir die Fingerniegel lackiert?

00:13:27: Die Maske!

00:13:29: Also wir arbeiten wie gesagt also es sind drei Finger, sie sind lackiert... Es gibt Fächer, es gibt die Arztasche,... ...es gibt den Vodka natürlich, es gibts die Brille, es kippt den Stock, es gip dem Pelz.... Es gibt wie gesagt die Positionen, also wir helfen da schon.

00:13:44: Bei einer Vorstellung habe ...Doc.

00:13:45: vergessen einzurichten, weil ich bau auch selber... ...auf der Bühne offen um.

00:13:49: Also das ist mit Umbaubverpflichtung.

00:13:51: Vielen Dank liebe Komödie am Kurfürsten da an dieser Stelle!

00:13:56: Und wenn ich die Requisiten nicht einrichte, dann sind sie auch nicht da.

00:13:59: Das ist passiert und das ist das Schöne an dem Abend.

00:14:03: Auch das verzeiht einem das Publikum weil die selber so am Ackern sind.

00:14:07: Wer will's denn gerade?

00:14:08: Wenn ich selber mal aus der Kurve rausfliege, dann denken Sie, ah!

00:14:11: Dem geht es genauso wie bei uns.

00:14:14: Das war halt auch im neuen Haus am BE.

00:14:16: Es war sowieso eine Labor-Situation.

00:14:19: Dieser Raum ist zum Niederknien.

00:14:21: Da laufen noch ganz viele tolle Einpersonenstücken motherfucking hoch... und Sarah, und Spielerfrauen.

00:14:27: Und ich weiß nicht was da alles abgefackelt wird.

00:14:30: Das ist wie so ein Labor!

00:14:31: Da sitzen wir alle gemeinsam.

00:14:33: Ich weiß ein bisschen mehr als das Publikum aber irgendwo sind wir im gleichen Boot.

00:14:36: Wenn diese Verbindung entstanden ist, wenn dieses große Kaugummi gespannt ist wo wir dann dran festhalten oder das Gummiband, wenn dann plötzlich das Ding uns um die Ohren fliegt, dann sind wir all in einem Raum und es ist eine ganz tolle Erfahrung.

00:14:48: also öffentliches Scheitern Ist mir bekannt.

00:14:51: Ja, man ist da wirklich ganz dicht dran das es wie so eine Probebühne fasst und wenn man sich darauf einlässt nämlich um mitgeht dann is man ganz bei dir und in den Rollen und auch immer wieder bei dir als Schauspieler wo man merkt er macht jetzt hier wirklich einen Ritt mit und der Stock der dann auch so positioniert werden kann dass er stehen bleibt und aufschwebt fast nicht an der Stelle ist, kann ich mir vorstellen.

00:15:21: Und du ins Leere greifst?

00:15:23: Das ist dann schon eine Herausforderung!

00:15:26: Was ich ganz spannend finde und mir so überlegt habe wenn Du Dich auf eine Rolle vorbereitest da gehst Du ja in die Geschichte dieser Rolle rein In den Charakter, in die Körperlichkeit wie Du gesagt hast Dann bist Du in diese Rolle und vertiefst dich in diese eine Rolle.

00:15:43: Jetzt hast Du da Acht Wie Ja, wie hast du das gemacht?

00:15:48: Wie anstrengend ist das dann auch die Empathie für diese eine Rolle zu verlassen.

00:15:57: Für den einen Charakter und ganz schnell in eben die Empathy und das Gefühl und die Körperlichkeit und die Geschichte, die Historie der anderen Rolle zu schlüpfen.

00:16:08: Das ist eine tolle Frage.

00:16:09: Es ist im Endeffekt jeder kennt das beim Roman, wenn ein Roman gut geschrieben ist und das ist sagen wir mal ne Familiensager oder sowas Und du bist gerade mit der einen Figur unterwegs und es ist spannend und es ergreift dich und du bist berührt und so weiter und plötzlich zack Kapitelende zack geht die neue figur wieder los.

00:16:24: da denkst Du erst einmal kurz so oh nee man ja war doch grade so schön.

00:16:27: Und dann ist die neue Figur aber auch so gut geschrieben, dass sie dich in Sekunden schneller auch in den Bands zieht.

00:16:33: Ich liebe Sie alle!

00:16:34: Ich habe Sie alle schätzen und wirklich sind ja alle da, sind ja irgendwie mit dabei.

00:16:41: Nach dem Gasspiel in Hamburg am Winterhüter-Fairhaus hab ich die alle in Urlaub geschickt.

00:16:46: für mich auch so gedacht, so Tschechow würde die wahrscheinlich jetzt echt wieder irgendwo in den Keller stecken in den Emotionalen.

00:16:52: Aber ich habe den einen zum Surfen geschickt, der andere ist in der Disco... Also

00:16:57: musstest du nicht wirklich ein bisschen auch trennen davon?

00:17:00: Du sagst es jetzt so leicht für sich aber ich kann mir vorstellen dass das wirklich so ist, dass du es auch so ein bisschen wirklich bewusst loslassen musst.

00:17:08: Ich habe mir diesen bekloppten Gedankengang einfach geleistet, weil wir hatten eine so geile Zeit zusammen und haben die immer noch.

00:17:14: ich will das Ding dreihundert mal spielen.

00:17:15: also bin ich ganz ehrlich Und da hab' ich gedacht zu kommen macht er's doch.

00:17:19: und Tschechov ja durch seine Schwere aber eben und das ist das Tolle bei Tschechev in dieser Schwere enorm lustig, enorm liebevoll und herzlich mit diesen Figuren.

00:17:31: Und deswegen sind sie auch so gebaut dass selbst jemand wie Alexander der da die ganze Luft verpestet das du wenn nun an dem Arbeit es merkst Du was diesen diesen sinkenden intellektuellen Stern Was der leidet dass er nicht mehr den Ruhm hat dass er Nicht mehr hoffiert wird dass er sich nicht mehr leisten kann große Gesellschaften in Moskau hinzuschmeißen sondern dass er hier auf dem Kartoffelhof seiner ex-frau, deiner verstorbenen Ex-Frau lebt.

00:17:56: und so geht es mit jeder Figur bis hin zu Liam.

00:17:58: Das ist ein kleiner

00:17:59: K.O.,

00:17:59: der da unter dem Tisch lebt.

00:18:02: Wir hatten uns eigentlich bei den Proben überlegt dass er die ganze Zeit am kiffen ist aber dann hat er so das Tempo rausgeholt aus der ganzen Szenierung.

00:18:09: Und das wäre für dich auch ein bisschen schwierig geworden wenn du das... Total!

00:18:13: Dann haben wir gedacht, der nimmt Speed.

00:18:14: Und das ist das schnellste Frettchen was ich jemals spielen durfte.

00:18:17: und so hat jede Figur oder Helena eben eine elegante Frau wo man am Anfang denken würde.

00:18:22: meine Güte!

00:18:23: Was für ne Achtung bitch.

00:18:26: aber im Endeffekt ist sie auch eine verlorene Seele jemand die ihren Träum nachhängt und irgendwo versucht ihren Platz zu finden.

00:18:35: und wenn du solche Figuren hast egal ob auf dem Theater oder im Fernsehen dann holen dich die Figuren ab, da musst du gar nicht groß kämpfen um sie zu kriegen.

00:18:43: Und es gibt eine Technik von Michael Tschechoff, der ist nicht ganz so bekannt wie Stanislavski, der ja auch ein tolles Schauspielsystem ersonnen hat oder rausgefiltert hat.

00:18:56: und Michael Tshechoff arbeitet mit der psychologischen Geste.

00:19:00: das heißt du überlegst, liest immer wieder die Rolle die Quintessenz deiner Figur und dann versuchst du dafür eine Geste zu finden.

00:19:10: Und diese Geste machst Du immer größer, also expressionistisch, unlogisch ganz groß und dann machst Du sie irgendwann immer kleiner, immer kleiner... und Sonja zum Beispiel das ist so die Jüngste im ganzen Osthormel, die hält den ganzen Hof zusammen und da sind wir raufgekommen Die pullt die ganze Zeit diese verdammte Kartoffelerde unter ihren Fingernegeln weg.

00:19:30: und das heißt in dem Augenblick wo ich Anfang mit meinen Fingernegeln da so rumzufummeln, ist für mich Sonja da und auch dann fürs Publikum.

00:19:38: Und dann ist es bei Tschechow ganz wichtig – das ist schon im Briefwechsel zwischen Olga Knipper seiner sehr spät geheiratet hat eine Schauspielerin vom Moskauer Künstlertheater die immer geschrieben hat also Proben, die hat auch Kirschgarten und Chechow wann nur Platonov Ivanov alles gespielt.

00:19:55: Die sagt heute hat es dann nicht Slavsky den richtigen Ton.

00:19:58: bei chechow gehts ganz viel um den richtigem ton weil der hast künstlichkeit Und er liebt die ehrlichkeit.

00:20:05: und das heißt wenn du schaffst also gerade bei den frauenfiguren da wart ich immer so Okay kannst du jetzt die klappe aufmachen ohne dass du dich anhörst wie keine ahnung im cabaret irgendwie großer shoot So ist er da und dann Wenn der Ton da ist, dann mach ich auch den Mund auf.

00:20:22: Das sind Millisekunden aber das sind sowieso an dem Abend treffig in Millisekten vierhundertfünfzig Entscheidungen.

00:20:28: Sie merken es dass es ein richtig spannendes Theaterstück diese Millisektion nämlich mitzubekommen.

00:20:34: und da mag ich kurz einmal die Rückmeldung geben das fand ich auch sehr spannend und hochinteressant dass du dass du bei den Frauenstimmen deine Stimme nicht künstlich verstellt hast, sondern jetzt weiß ich was es ist und was da funktioniert hat.

00:20:50: Es ist der

00:20:50: Ton.

00:20:51: Ja!

00:20:51: Ist

00:20:52: das der Ton?

00:20:53: Das ist nicht die Stimme an sich so dieses Verstellen, sondern der Ton der entscheidend ist.

00:20:59: Gesine zu Krofski, die wundervolle Kollegin von mir mit der ich auch beim Maria Kerber auf der Schauspielschule war also die kennt mich wirklich seit Die war eine Premiere und sagte in ihrer unnachahmlichen Art, da muss ich dich erst mal Frauenrollen sehen damit ich andere Töne von dir höre.

00:21:21: Das ist ein großes Lob!

00:21:24: Sie merken es sollten sie nicht verpassen.

00:21:27: Ich wusste im Vorfeld ja dass du acht Rollen alleine spielen würdest Und damit wusste ich auch okay das wird interessant sein zu wissen Wer ist er denn jetzt in diesem Moment gerade?

00:21:40: Und ich hatte mir sehr bewusst die Aufgabe gestellt, vorher nicht ins Programm heftzulesen und mir die Geschichte anzugucken.

00:21:47: Weil ich wissen wollte... Krieg ich, kriegst du das auch so hin?

00:21:52: Weil man kann natürlich auch und das will ich niemandem absprechen.

00:21:55: Und würde es vielleicht sogar eher sogar empfehlen wer sich jetzt nicht den Aufwand machen möchte da sofort so rein zu gehen um mitzugehen Geschichte anzugucken zu lesen wer taucht da überhaupt auf?

00:22:04: was sind die Charakteren?

00:22:05: aber Ich wollte dass wirklich das abenteuer so eingehen er das so mitzubekommen.

00:22:10: Und ich fand's gut dass ich es so gemacht habe weil Das hat mein band noch mal zu dir schneller gestraft, weil ich sehr konzentriert war und sehr aufmerksam war.

00:22:22: Und am Anfang eben nicht so... sofort wusste wer jetzt was ist und wo es hingeht habe ich auch nicht gestört.

00:22:28: also ich wollte reinkommen und dann kriegt man es aber doch nach relativ kurzer zeit mit.

00:22:31: ah so ja ok ich hab jetzt vielleicht den namen nicht genau behalten wer jetzt wer ist, aber ich weiß wie die jetzt zueinander stehen.

00:22:38: Und was jetzt da irgendwie so passiert?

00:22:42: Dann ist man mit einmal mittendrin und springt mit ihr gemeinsam hinterher oder das ist ein bisschen wie ich weiß nicht mal kann zurückgelehnt vom Fernsehsätze sitzen oder für mich bei tollen Geschichten dann eben auch ganz anders angespannt, positiv angespannt nach vorne gerichtet und mit dabei sein.

00:22:57: Und so war ich bei dem Stück dabei.

00:23:00: Es gibt eine Szene die mich besonders beeindruckt hat.

00:23:04: Da spielt sie nämlich... Ja das geht da gar nicht anders!

00:23:08: Zwei Personen gleichzeitig in einer Situation, nämlich die Kuss-Szene.

00:23:16: Also das kann man ja jetzt gar nicht so voneinander trennen.

00:23:20: Ich

00:23:20: mach's dir mal vor

00:23:21: Ja,

00:23:22: haben Sie gesehen?

00:23:23: Super,

00:23:23: super fürs Radio.

00:23:25: Aber ich habe sie tatsächlich vor dem geistigen Auge noch weil die bleibt hängen.

00:23:32: Wie schwierig war das?

00:23:33: Wie hast du dich darauf vorbereitet?

00:23:36: wie viel Spiegel hast du eingesetzt und wie viele Menschen hast Du eingesetzt, die Dich gespiegelt haben?

00:23:41: oder hast du das vielleicht auch abfilmen lassen um da so ein bisschen die Kontrolle zu haben?

00:23:46: Wie sehe ich aus?

00:23:47: Wie mache ich das?

00:23:50: Also da ist an erster Stelle das ganz große Vertrauen in die Regie, Felix Bachmann und das haben wir Stück für Stück erobert.

00:23:57: Also sich selber zu küsten, sich selber am Anfang mal ausprobieren... Ja, das ist gar nicht... Man muss sich ein bisschen

00:24:06: überwinden.

00:24:09: Bei dem ganzen Stück muss ich mich eh immer überwenden, über Grenzen zu gehen also auch eine Frau darzustellen ohne dass es jetzt irgendwie ins Kabarett abdriftet und so eine Wahrhaftigkeit behält.

00:24:21: Das sind schon ehrliche Momente und man rettet sich ja gerne mal ins Klischee und da sind auch Momente des Klischees dabei.

00:24:27: ganz ohne klischee geht's nicht aber den wahrhaftigen Moment.

00:24:32: Und das eben auch, wenn man sich wirklich mal selber streichelt und so tut als würde es ein anderer sein.

00:24:37: Und dann war's sogar so dass aus der Technik Abteilung während der Vorstellung gab es bei einem Moment weil dieses Küsten finde zweimal statt gabs bei einem moment beim zweiten Kurs noch eine Regieranweisung.

00:24:49: ich will nicht verraten wo er sagte macht doch da noch ein bisschen das und das war dann wirklich da hat das Publikum dann nochmal drauf reagiert.

00:24:57: also dieser Ganz einfache Theater-Zauber, den wir da so aus der Kiste lassen.

00:25:03: Der funktioniert und das ist das Schöne an dem Theater diese Verabredung.

00:25:08: Da ist jetzt das Publikum und da vorne haben sich welche was ausgedacht und die präsentieren das.

00:25:12: Und das Publikum wie du sagst lässt sich drauf ein!

00:25:15: Wir haben im Programmheft in der Mitte des Programmhefs ein ganz tolles Diagramm.

00:25:19: Das wird aufgezeichnet.

00:25:20: wer mit wem?

00:25:21: Habe

00:25:21: ich mir hinterher angeguckt?

00:25:23: Ich habe es ganz oft auch aus dem Augenwinkel gesehen.

00:25:28: Also es ist auch so, wir Deutschen ermitteln ja auch wahnsinnig gerne.

00:25:31: Man kriegt auch sein ... Wer ist denn wer?

00:25:34: Dieses Ermittelschlust wird auch befriedigt.

00:25:39: Das ist das eine.

00:25:40: aber was ich halt schön finde wie du es beschrieben hast so man fängt zu hinten an und es tolle beim Theater ist wenn du beim Fernsehen irgendwas nicht sofort verstehst schaltest du um Wenn du im Theater sitzt und so geht's mir auch.

00:25:54: Und ich verstehe erst mal nicht und denkst Wer hier unruhig empfangen auf dem Sitz und so.

00:26:00: Und plötzlich gibt es den Moment, ob's im Konzert ist oder ob's in Theater ist oder ja oder ein Kino.

00:26:06: Plötzlich ist der Moment wo du denkst jetzt habe ichs!

00:26:10: Dann passiert das was du beschrieben hast dann kriege ich euch nach vorne.

00:26:13: Dann fangt er irgendwie auf die auf die Stuhlkante zurück und da darf Wie gesagt, man muss ehrlich bleiben und wahrhaftig und respektvoll mit der ganzen Sache umgehen.

00:26:24: Und dann fangen wir an zusammen zu tanzen!

00:26:26: Das ist halt an dem Abend, wo ich komplett hundertfünf Minuten alleine agiere... das ist ein Hochgenuss und da würde ich jede Magic Mushrooms für wegschmeißen

00:26:38: Das klingt ja alles für uns Zuschauer.

00:26:41: Wirklich und das ist es auch super spannend und aufregend, aber wie anstrengend ist es denn für dich?

00:26:47: Also wirklich mein wirklich auch körperlich geistig sowieso ist der eine Aber auch auch körperlich.

00:26:52: hundert fünf minuten auf der bühne da action zu machen

00:26:57: Das ist danach ist nichts mehr.

00:27:00: da nach bin ich alle.

00:27:01: also das stück hört auch auf dass ich in der figure von sonja neben vanya knie Und dann geht das Licht aus.

00:27:10: Dann ist erst mal kurz ganz dunkel bei mir auch überall, aber das ist die schönste Form der Erschöpfung, die ich mir auch gewünscht habe und die ich nur jedem empfehlen kann sich mal komplett zu überfordern und etwas zu machen was viel zu groß ist.

00:27:26: es genau das Richtige.

00:27:28: Ich betreib viel Sport Aber ich mache das alles so in meiner berühmten Komfortzone und ich habe auch nicht vor, da was zu reißen.

00:27:36: Also weder beim Tennis noch auf dem Fahrrad, noch auf den Rollschuhen... Ich will Spaß haben!

00:27:41: Ich will diese spielerische kindliche neugierige Komponente in mir wachhalten die für uns Schauspielern-Schauspielerin sehr wichtig ist.

00:27:48: aber der Abend treibt mich komplett an die Grenze Und dann passiert das, was eben nach so einem Marathon passiert.

00:27:55: Ich war mal Zeuge einer Marathonläuferin die danach bei einem gemütlichen Weizenbier anfing ihre Endorphine im Körper zu spüren und so ist es bei mir auch.

00:28:07: also im September zum Beispiel oder den ganzen September saßen wir immer im Hof von Berliner Ensemble Und haben dort einfach nur gesessen und uns gefreut, gequatscht ausgetauscht.

00:28:21: Es ist eine sehr belebende Belohnung.

00:28:27: am Ende aber bevor der Lappen hochgeht ich habe in der schönsten Form meines Lebens Panik Angst Flucht Gedanken und dann gibt es keinen zurück mehr.

00:28:40: Ach Klasse Es ist aber auch immer wieder ein Angang, weil man weiß diese erschöpfende Arbeit.

00:28:48: Diesen erschöpfenden Akten muss ich machen.

00:28:50: Das kann ja auch immer ... Jetzt muss sich wieder loslegen!

00:28:54: Ich spiele das zwei-drei Mal und dann ist es aber auch mal gut.

00:28:59: Also Miriam Wede, normalerweise spielen wir sechs Vorstellungen und Miriam Wede, die in der Organisation schaltt seit Jahren auch die Turnänen und alles betreut fragte mich Kann das sein, dass du eventuell zwei freie Tage bräuchtest und nicht so warten.

00:29:12: Ja doch weißt du was?

00:29:14: Und es war so schön am Montag zu sagen ja der Dienstag ist auch noch frei.

00:29:18: also jetzt zwischen den Weihnachtsfeiertagen gibt's keine Pause da gibt's auch keine.

00:29:22: aber Du musst dann auch verschnaufen und ansonsten ist das ganz ganz ganz tolle bei diesen Beruf Also vor allen Dingen wenn man Theater spielt.

00:29:30: ich hol mir abends mein Lebensberechtigungsschein für die Gesellschaft und kann tagsüber den Tag so gestalten Ob ich Sport mache, ob ich spazieren gehe.

00:29:39: Ob ich lese Musik höre, dass sich wirklich alles in mir... ...in diesen Moment einstelle.

00:29:45: und dann gibt es diesen wunderbaren Moment in dem Augenblick wo du durch den Bühneingang gehst oder auf das Gelände des Theaters gehst.

00:29:53: Wenn's ein schönes Theater und ein menschlich funktionierendes Theater ist und das ist die Komödie auf jeden Fall und das Berlin-Aus-Horme so wie ich es kennenlernen durfte auch und es ist auch ein reinigen wahrscheinlich dort wahrscheinlich so Dann passiert dir nichts Schlimmes mehr.

00:30:07: Dann sind alle darauf bedacht, dass wir um neunzehn Uhr dreißig geht der Lappen hoch.

00:30:12: Und dann sagt ihr keiner die sieht aber komisch aus oder sagen mal irgendwie hier die Wett-Situation ist aber auch gerade irgendwie sondern... ...dann fokussiert sich alles dahin und damit fange ich eigentlich morgens beim Aufstehen schon an.. ..und wenn man weiß am Abend holt man sich dann quasi das Ergebnis für dieses dann doch sehr spezielle Leben.

00:30:33: Das ist ein Geschenk!

00:30:34: Und das lebe ich jetzt schon seit paar Jahren.

00:30:36: Jetzt hast du das ganze Stück, den ganzen Text ja auch schon drauf.

00:30:40: Aber wenn ich mich richtig erinnere als wir uns das letzte Mal gesprochen haben, hast Du mir erzählt dass Du Texte gerne beim Spazieren gehen lernst.

00:30:49: Januar angefangen.

00:30:50: wie viele Kilometer ansatzweise hast Du zurückgelegt?

00:30:54: Also mir brauchen Berlin keiner mehr was vormachen.

00:30:57: Okay, also ich im Sommer in Reinigendorfer am Erzreutersaal und einen wunderschönen Abend mit jüdischen Witzen oder Nachmittag mit jüdischen Witzengehörter gesehen habe da dachte ich dann schon auf der Hälfte der Strecke sag mal wo bin ich denn jetzt?

00:31:09: Ist das schon

00:31:10: Polen?!

00:31:11: Also nicht aufgeben!

00:31:13: Reinigndorf kommt irgendwann.

00:31:15: Warum auf deine Frage zurückzukommen... Ich hab weiß ich nicht.

00:31:19: dreipaar Schuhe durchgelatscht.

00:31:21: Ich kann Text nur in Bewegung, ich habe aber auch wirklich ganz viel zu Hause weil eben dieses körperliche auch so ein großer große Komponente dieses abends ist.

00:31:30: Ich hab viel Zuhause auch... ich bin nochmal tanzen gegangen das heißt GABA!

00:31:35: Das ist eine bekloppte Art sich zu bewegen.

00:31:38: Ich war viel viel viel auf dem Flugfeld und viel viel im Tiergarten.

00:31:44: Es waren meine Orte diese Sommers Und ich glaube in jedem Blatt hängt irgendwie so einen Textfetzen von Tschechow.

00:31:51: Sehr schön, sehr schön!

00:31:53: Wie willst du auf die drei Hundert Aufführungen kommen?

00:31:56: Ist das nur so erhin gesagt?

00:31:57: Ich habe das Gefühl Du meinst das tatsächlich ernst.

00:32:00: Du willst es noch lange spielen

00:32:01: oder?!

00:32:02: Das ist so ein Abend, also wir haben zum Beispiel nächstes Jahr einen Gassspiel in Winterthur.

00:32:08: Wir sind überlegen mit verschiedenen Theater.

00:32:11: die Komödie am Kurfürstendamm kriegt hoffentlich bald auch wieder eine feste Spielstätte.

00:32:15: da wünsche ich mir dass der Abend läuft.

00:32:28: Also wenn es heißt so, man geht auf Tournee dann muss man sich hier beim Ensemble absprechen.

00:32:32: Das ist in diesem Fall ganz einfach.

00:32:34: Miriam Weder ruft mich an und ich sage Sekunde, ich rede mit dem Ensemble, drehe mich einmal um und sage alles klar sind alle einverstanden?

00:32:41: Wir können los!

00:32:42: Das ist so ein Ding das kannst du jederzeit wieder aus dem Hut ziehen.

00:32:45: und das Tolle ist und das merke ich jetzt bei der Tanzstunde die wir jetzt seit gefühlten zehn Jahren spielen mittlerweile mit Nadine Shori und nicht mehr mit Tanja Wethorn, weil die so viel dreht.

00:32:55: Die kriegste nicht mehr.

00:32:57: Und und und mit Nadin das so ein Stück wächst.

00:33:01: So ein Stück also gerade Jachow meine Güte der ist dass die Premiere war.

00:33:05: Achtzehnhundertsechsundneunzig glaube ich etwas was solange bestand hat das wächst auch in dir.

00:33:11: Das heißt dieser Abend wird auch wieder anders.

00:33:14: Also auch jetzt diese Wiederaufnahme, da bin ich dann auch als Menschenstück weitergegangen und mit diesen Figuren.

00:33:21: Und dieses Abenteuer immer wieder da reinzusteigen, das fängt erst an!

00:33:26: Jetzt können Sie sich darüber selbst einen Eindruck verschaffen.

00:33:29: Und das sollten sie ab Mittwoch ist, dass wieder möglich vom Zweiundzwanzigsten Juli bis zum Sechzehnten August Vanja mit Oliver Momsen im Berliner Ensemble im neuen Haus dort und mehr Infos und vor allem die Tickets.

00:33:43: Die bekommen Sie online auf www.komödie-berlin.de.

00:33:49: Oliver.

00:33:49: Alles Gute, viel Kraft, viel Energie und viel Empathie.

00:33:52: Du rockst das!

00:33:53: Das schauen wir mal hin.

00:33:54: Die Hände würde ich immer sagen.

00:33:55: Alles alles Gute und Danke für den lieben Schinnabend mit dir.

00:34:00: Sie können's erleben sollten es tun.

00:34:02: Und willkommen bei Thorsten Wittke Spezial zum Nachhören auch nochmal später dann auf unserer Homepage auf www.paradiso.de.

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